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Tal von M'zab in Ghardaïa - Weltkulturerbe.

Das Tal von M'zab gehört seit 1982 zum UNESCO- Weltkulturerbe. Die Ibaditen, ein eigenständiger Zweig des Islams mit einer eigenen Rechtsschule und einer strengen Sichtweise der anderen islamischen Glaubensrichtungen gründeten jene 5 Städte, die man heute im Tal von M'Zab sehen kann.

Zlabia - ein Süßgebäck in Zuckersirup aus dem Maghreb

Zlabia ist eine äußerst begehrte und hierzulande relativ unbekannte Süßspeise aus dem Maghreb. Zlabia wird aus einem speziellen Brandteig zubereitet und dann in heißem Öl schneckenförmig und schwimmend frittiert bis sie goldbraun ist.

Die Überfahrt - Mouloud Mammeri

Mourad hat um die Freiheit gekämpft. Er hat den Untergrund und die Haft kennengelernt. All dies nur, um nach 20 Jahren feststellen zu müssen, daß man nie an sein Ziel gelangt. Dies ist die Bilanz, die bittere, die Mourad schließlich ziehen muß.Selbst sein Beruf als Journalist - zunächst noch Berufung -...

Qahwa-w-Latay - Hadj M'rizek.

El Hadj Mrizek war bekannt für seinen klaren sprachlichen Ausdruck und angeborenen Sinn für Rhythmus. Das Lied ".Qahwa-w-Latay" (Kaffee und Tee) wurde von ihm interpretiert. Später wurde das Lied auch von Amar Ezzahi, Abdeelkader Chaaou gesungen.

Die Rückkehr der sterblichen Überreste von Emir Abd El-Kader.

Hier sind einige Bilder, den man sonst nicht oft zu sehen bekommt. Archivbilder von Algerien im vierten Jahr (1966) seiner Unabhängigkeit, die den Transfer der Überreste von Emir Abd El-Kader von Damaskus nach Algier zeigen. Der Emir Abd El-Kader war das Symbol ..

Weisheit des Tages

Allzeit fröhlich ist gefährlich, allzeit traurig ist beschwerlich, allzeit glücklich ist betrüglich, eins ums andere ist vergnüglich.  Deutsche Weisheit

Der Maghreb, das sind die Länder des westlichen Mittelmeers und der "untergehenden Sonne". Unter Maghreb versteht man heute den westlichen Teil der arabischen Welt, die sich von Marokko über Algerien und Tunesien bzw. Mauretanien nach Tripolitanien (in Libyen) erstreckt. 

Das Gegenstück zum Maghreb ist der Mashrek und ist die Bezeichung für Osten, das sind die Länder des östlichen Mittelmeerraums und der "aufgehenden Sonne". Im Allgemeinen werden damit die Länder mit arabischsprachiger Mehrheit östlich von Libyen und nördlich von Saudi-Arabien bezeichnet, im Einzelnen die Staaten Ägypten, Palästina/Israel, Jordanien, Libanon, Syrien und Irak. Die Kulturen und Eigenheiten der maghrebinischen Bevölkerung unterscheiden sich oft sehr von denen des östlichen Mittelmeerraums. Als „Maghreb“, „Westen“, bezeichneten die arabischen Eroberer des 7. Jahrhunderts die Landmasse zwischen Libyscher Wüste und Atlantischer Küste. Dieser umfasst im Kern Tunesien, Algerien und Marokko, im weiteren Sinn auch Libyen und Mauretanien. Geographisch endete der Mashrek der Antike an der ungeheuren Sandmasse des Libyschen Erg. Weder den Ägyptern noch den Assyrern oder den Persern gelang es, ihr Reich oder ihre Kultur darüber hinweg nach Westen vorzuschieben. Nur den Arabern gelang auf ihren Eroberungszügen durch den Maghreb der Vorstoß zum Atlantik. Berber und Araber breiteten sich über die iberische Halbinsel aus. Hier entwickelte sich nach dem Zusammenbruch des Omayyadenreiches eine eigene, fast 800 Jahre dauernde Hochkultur. Der Maghreb setze seine eigene Geschichte fort und wurde vom östlichen Einfluss aus Bagdad unabhängig.
Die maghrebinische Lebensart, die Musik und die maghrebinische Küche sind inzwischen modern geworden. Ob in Spanien, Algerien oder in Griechenland, überall wird mit Olivenöl gekocht und gebraten. Ein Historiker vertrat die humoristische Meinung, dass die Ausbreitung der arabischen, islamischen Eroberer im 8. Jahrhundert nicht durch die Christen gestoppt wurde, sondern durch die Schweineschmalz-Olivenöl-Grenze, denn der Olivenbaum wächst nördlich der Alpen nicht mehr und das Olivenöl ist für die mediterrane Küche unverzichtbar.
Für die abendländliche Kultur gibt es weit mehr Verbindendes als Trennendes zu den Ländern des Maghreb, weshalb Europa auf die mittelmeerische Gegenküste nicht verzichten kann. Das Europa von heute hat sich geistig und kulturell aus mediterranen Lebensraum der Antike heraus entwickelt.

 Der zentrale Maghreb:

Spricht man von den Kernländern des Maghrebs oder den zentralen Maghreb, so sind Marokko, Algerien und Tunesien gemeint. Dieser Begriff wird von den Einheimischen selbst verwendet, kaum jemand spricht dort von Nordafrika. Die drei Staaten des zentralen Maghreb verbinden einige gemeinsame Merkmale: die islamische Religion malekitischer Prägung, die von 95% der Bevölkerung praktiziert wird, das Neben einander der arabischen und der berberischen Sprachen und die zeitweilige französische Herrschaft im Zeitraum von 130 Jahren: Algerien von 1830 bis 1962, Tunesien von 1881 bis 1956 als Protektorat, Marokko von 1912 bis 1956. Überall entwickelten sich Unabhängigkeitsbewegungen.

Laut dem Historiker Benjamin Stora führte der starke Integrationswille unter den Ländern des grossen Maghreb, der im Kampf gegen den Kolonialismus entstand, 1989 zur Bildung der «Union du Maghreb arabe» (Union des Arabischen Maghreb, UMA). Allerdings sei an die Stelle der nationalen Bewegungen der Kolonialzeit nach Erlangung der Unabhängigkeit in den einzelnen Staaten jeweils ein eigener Nationalismus getreten (Stora 2011). Das Treffen der UMA-Staaten im Februar 2012 wurde in politischen Kommentaren auf die Schlagzeile «L‘UMA, 23 ans de désunion!» (UMA-Abkommen – 23 Jahre Uneinigkeit) gebracht. In der Tat unterscheiden sich die drei Länder stark in ihrer jüngeren Geschichte und der aktuellen Entwicklung im wirtschaftlichen und sozialen Bereich. 

Algerien

Aufgrund der günstigen strategischen Lage am Mittelmeer, blickt Algerien auf eine bewegte Geschichte zurück. Sieben Invasionen musste es standhalten: den Phöniziern, Römern, Vandalen, Byzantinern, Arabern, Türken und Franzosen. Für das heutige Algerien ist neben der französischen Invasion besonders die arabische Eroberung von großer Bedeutung, insofern, als sie die Islamisierung von ganz Nordafrika und die Arabisierung des größten Teils der Berber nach sich zog. Die Geschichte Algeriens läßt sich grob chronologisch in sechs Epochen unterleiten: die Frühgeschichte, die Antike, die arabische Eroberung, die osmanische Herrschaft, die französische Kolonialherrschaft und die Zeitgeschichte (1954 bis heute).

Die Berber (Amazigh) sind die ersten Bewohner Algeriens. Im 2. Jahrhundert v. Chr. verbündet sich der König der Berber mit Rom gegen Karthago und gründet das Königreich der Numidier, das gross und wohlhabend wird. Nach dem Niedergang des römischen Reichs fallen die Vandalen und Byzantiner in das Land ein. Im 8. Jahrhundert erfolgen die Eroberung und die Islamisierung durch die Araber. Mitte des 16. Jahrhunderts erhalten die durch spanische Angriffe bedrohten Algerier Unterstützung durch den osmanischen Sultan. Algier festigt seine Herrschaft über das Mittelmeer und prosperiert dank der intensiven Raubzüge seiner Piraten.  Die Bedeutung der Stadt nimmt gegen Ende des 18. Jahrhunderts ab, als die Piraterie durch ein völkerrechtliches Abkommen verboten wird. 1848 wird das Land durch die Franzosen erobert und im gleichen Jahr offiziell als «französisches Territorium» proklamiert.
1870 erhalten die in Algerien ansässigen Juden die französische Staatsbürgerschaft. 1889 gewährt Frankreich diese auch allen anderen Nachkommen von Europäern in Algerien. Dies gilt jedoch nicht für die Muslime, die unter dem «Code de l‘Indigénat» einen rechtlichen Sonderstatus haben, der bis 1944 in Kraft bleibt. Die Kreise, die zuvor für einen politischen Wandel eingetreten waren, befürworten nun den bewaffneten Kampf. 1954 beginnt somit ein blutiger Unabhängigkeitskrieg, der 1962 mit den Abkommen von Evian zu Ende geht. Nach Erlangung der Unabhängigkeit engagiert sich das Land in der Bewegung der Blockfreien. Die Verstaatlichung der Minen und der Erdölindustrie haben die wichtigsten finanziellen Ressourcen eingebracht. 1984 tritt das Personalstatut bzw. Familiengesetz («Code du statut personnel et de la famille») und 1989 eine neue Verfassung in Kraft, die dem Mehrparteiensystem den Weg ebnet. Aus den Kommunal- und Regionalwahlen von 1990 geht die Front Islamique du Salut (Islamische Heilsfront, FIS) siegreich hervor. Die Annullierung des zweiten Wahlgangs löst massive Gewalt aus, die zum Staatsnotstand führt (Februar 1992 bis Februar 2011). Nach jahrelangen blutigen Auseinandersetzungen soll 1996 mit einer Verfassungsreform die Versöhnung eingeleitet werden: Sie stärkt die Befugnisse des Präsidenten der Republik und verbietet religiöse und regionalistische Parteien. Nach den blutigen Aufständen von 2002 («Schwarzer Frühling») in der Kabylei wird Tamazight (das Berberische) vom Parlament als nationale – allerdings nicht offizielle – Sprache anerkannt. Das Projekt «Charte pour la paix et la réconciliation nationale» (Charta für Frieden und nationale Versöhnung) wird 2005 in einem Referendum mit über 97% der Wählerstimmen angenommen. Im Zeitraum von 1992 bis 2005 sterben 150000 Menschen und Tausende von Menschen verschwinden spurlos.

Chronologischer Überblick über die Geschichte Algeriens:
3. Jh. v. Chr.  Vereinigung der (berberischen) Königreiche von Numidien mit Cirta (Constantine) als Hauptstadt.
711               Nach den Vandalen und Byzantinern erobern die Araber den gesamten Maghreb, der zur umayyadischen Provinz wird. Die Bevölkerung konvertiert zum Islam.
1587             Algerien wird zum abhängigen Gebiet unter dem Einfluss eines Regenten des Osmanischen Reichs.
1830             Landung der französischen Streitkräfte in Algerien.
1848             Nach der Kapitulation von Abd el-Kader, des Emirs von Mascara, wird Algerien offiziell und «französisches Territorium» proklamiert.
1871             Aufstand gegen die französische Besetzung in der Kabylei. Die Kabylen verlieren die Schlacht gegen die Franzosen. Das Land gerät unter französischen Einfluss.
1926             Hadj Messali gründete 1926 mit 28 Jahren in Paris die erste algerische Unabhängigkeitsbewegung, genannt der "Etoile Nord-Africaine", der sich 1937 in "Parti du Peuple Algérien" umbenannte und 1939 verboten wurde.
1940             Während des Zweiten Weltkriegs bleibt Algerien bis zum Jahr 1943 dem Vichy-Regime unterstellt.
1954             Beginn des Unabhängigkeitskriegs in Algerien.
1962           Das Abkommen von Evian markieren das Kriegsende und die Unabhängigkeit Algeriens. Ben Bella, Mitbegründer des FLN, militanter Revolutionsheld und Verfechter der Menschenrechte, wird zum Präsidenten der Republik gewählt. Nacheinander übernehmen Boumedienne und Chadli das Amt des Staatschefs.
1989              Konfrontation zwischen den Islamisten der Heilsfront (Front Islamique du Salut, FIS) und Vertretern eines gemässigteren Islam.
1991              Die FIS gewinnt die Parlamentswahlen, aber der Fortgang wird eingestellt und das Wahlresultat annulliert. Verhängung des Ausnahmezustands. Auflösung der FIS.
1992–1998     Der sechsjährige Bürgerkrieg fordert mehr als 100 000 Tote. Trotz Niederlegung der Waffen durch den bewaffneten Arm der FIS (Armée Islamique du Salut, AIS) gehen die Morde und Anschläge durch andere bewaffnete Terrorgruppen weiter.
2010 –2011     Präsident Bouteflika (seit 1999 dreimal wiedergewählt) macht soziale und wirtschaftliche Konzessionen, um die Aufstände einzudämmen.

Marokko

Nach der arabisch-islamischen Eroberung im 7. Jahrhundert kommt es zur Einwanderung von mehrheitlich Arabisch sprechenden Bevölkerungsgruppen nach Marokko, das damals von berbersprachigen Menschen besiedelt war. Nach dem Ende der Reconquista auf der iberischen Halbinsel im Jahr 1492 verlassen zahlreiche Muslime und Juden Spanien, um sich in Marokko niederzulassen. Im Gegensatz zu anderen Ländern des zentralen Maghreb wird Marokko nie durch die Osmanen erobert: Wegen der spanischen und portugiesischen Einflüsse wird der Prinz von Marokko von den Osmanen 1576 als legitimer Herrscher anerkannt. Im Gegenzug verpflichtet er sich zur Anerkennung der osmanischen Lehensherrschaft und zur Entrichtung einer Vasallensteuer an die Hohe Pforte. Bis zum 20. Jahrhundert ist der Sklavenhandel eine wichtige Form der Zwangsimmigration in das Landesinnere und nach Marokko. 1830 beginnt mit der französischen Kolonialisierung Algeriens eine Phase der wirtschaftlichen und politischen Neuordnung, die zu grossen Migrationsströmen in die Küstenregionen und nach Algerien führt. Die Migrationsströme nach Frankreich entstehen in der Zeit des französischen Protektorats (1912–1956).

Marokko erlangt 1956 die Unabhängigkeit auf friedlichem Weg. Das politische System ist eine konstitutionelle Monarchie. 1963 kommt es zu einem bewaffneten Konflikt mit Algerien und zu einer Phase akuter politischer Spannungen. Nach dem Rückzug Spaniens aus der Westsahara organisiert Marokko den «Grünen Marsch» mit dem Ziel, dieses Territorium einzunehmen. Damit beginnt der Krieg in der Westsahara, an dem sich die Frente Polisario, Algerien und Mauretanien beteiligen. Dieser Konflikt endet 1991 mit einer Waffenruhe, doch der Status der Westsahara ist noch nicht endgültig festgelegt. Nach der absoluten Monarchie von Hassan II besteigt 1999 dessen Sohn Mohammed VI den Thron. Zwölf Jahre später reagiert der König auf die Demonstrationen in seinem Volk und lässt per Referendum über eine neue Verfassung abstimmen. Im Zuge der Entwicklung im Zusammenhang mit den Unruhen des Arabischen Frühlings gewinnen die Islamisten im November 2011 die Parlamentswahlen. Mangels einer absoluten Mehrheit muss die siegreiche Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (PJD) allerdings ie Bildung einer zerbrechlichen Koalitionsegierung in Kauf nehmen.

Chronologischer Überblick über die Geschichte Marokkos:
681       Zunächst von Berberstämmen bevölkert, ist Marokko Ziel von mehreren aufeinanderfolgenden Besiedelungen durch Phönizier, Karthager, Römer, Vandalen und Byzantiner, bevor das Land von arabischen Muslimen besetzt wird.
789        Staatsgründung durch König Idris. Auf die Dynastie der Idrisiden folgen die Umayyaden und Fatimiden.
1062      Unter den Almoraviden, einer Bruderschaft berberischer Kriegsmönche des 11. Jahrhunderts, erstreckt sich der Einfluss der Dynastie bis nach Andalusien (1086). Mit ihnen beginnen die Berberdynastien, deren Herrschaft bis ins Jahr 1554 reicht.
1415      Die Portugiesen nehmen die Stadt und den Hafen von Ceuta ein. Tanger wird 1471 zur Hauptstadt der afrikanischen Algarve.
1492      Auf der Flucht vor der Reconquista finden die Andalusier und die Juden Zuflucht in Marokko.
1497      Die Spanier besetzen die Hafenstadt Melilla.
1554      Beginn der Scharifendynastien.
1864      Per Dekret öffnet sich Marokko dem Aussenhandel. Damit beginnt die wirtschaftliche Einflussnahme der Europäer (Grossbritannien, Frankreich, Spanien, ab 1890 schliesslich Deutschland).
1906      Die Konferenz von Algeciras stellt Marokko unter die Schutzherrschaft der europäischen Mächte und verleiht Tanger den Status einer «internationalen Stadt».
1912      Im Vertrag von Fès wird in Marokko ein französisches Protektorat errichtet. Spanien behält seinen Einfluss in der Rif-Region im Norden und in Tarfaya im Süden des Landes.
1956      Am 2. März erlangt Marokko die Unabhängigkeit. Im April erobert Marokko die nördliche Region des Landes zurück, die zuvor unter spanischer Kontrolle stand. Im Oktober wird der Status von Tanger als internationale Stadt abgeschafft.
1975      Nach dem Rückzug Spaniens aus der Westsahara organisiert Marokko den «Grünen Marsch» mit dem Ziel, dieses Territorium einzunehmen. Damit beginnt der Krieg in der Westsahara, an dem sich die Frente Polisario, Algerien und Mauretanien beteiligen. Der Krieg endet 1991. Der Status der Westsahara ist jedoch noch nicht endgültig festgelegt.
1999       Nach dem Tod von Hassan II. besteigt sein Sohn Mohammed VI. den Thron.
2004       Reform des Familienrechts (Moudawana).
2011       Marokko wird von den Protestwellen erfasst, die sich in Nordafrika ausbreiten. Eine neue Verfassung, welche die Macht des Königs beschneidet, wird angenommen.

Tunesien

Als eine Zivilisation der Antike phönizischen Ursprungs bildet die Stadt Karthago rasch eine originäre Kultur, die von den Römern punisch genannt wird, und etabliert sich als Rivalin Roms. Am Ende zäher kriegerischer Auseinandersetzungen fällt die Stadt unter die Herrschaft der Römer. In der sechs Jahrhunderte dauernden Folgezeit entwickelt sie sich zu einer aussergewöhnlich reichen römisch-afrikanischen Hochkultur. Das Land wird von mehreren Invasionen heimgesucht: Vandalen, dann Byzantiner und gegen Ende des 7. Jahrhunderts erobern Araber das Land, die erstmals in das Landesinnere vorstossen und die autochthone Bevölkerung nach der Niederschlagung des Widerstands der Berber islamisieren und arabisieren. Die Konfrontation zwischen Spanien mit Karl V. und dem Osmanischen Reich um die Herrschaft über die Gebiete des Maghreb und den westlichen Mittelmeerraum endet mit der Eroberung von Tunis durch die Osmanen in der Mitte des 16. Jahrhunderts. Mit der Emanzipation von der Schutzherrschaft des Sultans wird das Land zunehmend Zielscheibe der Rivalität zwischen Italien und Frankreich. Schliesslich wird 1881 durch den Vertrag von Bardo ein französisches Protektorat errichtet. Im Zuge strukturellen und kulturellen Wandels entwickelt sich in Tunesien rasch eine nationalistische Bewegung. Deren Vereinbarungen mit der Schutzmacht Frankreich führten schliesslich 1956 zur Unabhängigkeit unter der Führung von Habib Bourguiba. Unter dem Einfluss der bis zur Absetzung von Ben Ali im Januar 2011 herrschenden Partei erfährt das Land Modernisierung und wirtschaftliche Entwicklung.

Chronologischer Überblick über die Geschichte Tunesiens:
814 v. Chr. Gründung der Stadt Karthago.
146 v. Chr. Zerstörung Karthagos durch die Römer.
429           Herrschaft der Vandalen.
534           Herrschaft der Byzantiner.
670           Gründung der Stadt Kairouan durch die Araber.
1229         Die Region Ifriqiya wird zum Handelszentrum mit Tunis als Hauptstadt. Daraus erklärt sich der neue Name «Tunesien» für dieses Gebiet.
1332         In Tunis wird der nordafrikanische Historiker, Philosoph, Diplomat und Politiker Ibn Chaldun geboren
1574        Die Türken erobern Tunesien.
1881        Vertrag von Bardo, Errichtung eines französischen Protektorats.
1942        Besetzung des Landes durch Deutschland bis Mai 1943.
1956        Die nationalistische Bewegung erreicht die Unabhängigkeit. Habib Bourguiba aus der PSD (sozialistische Neo-Destur-Partei) übernimmt die Führung des Landes. Er setzt sich für ein fortschrittliches Familienrecht ein.
1987        Ben Ali setzt Bourguiba ab und wird zum Präsidenten der Republik gewählt. Die Regierung wird zunehmend repressiver.
2010        Der Strassenhändler Mohammed Bouazizi entfacht mit seiner Selbstverbrennung eine gesellschaftliche und politische Wirkung unvorstellbaren Ausmasses.
2011        Sturz der Regierung Ben Ali. Aus den Wahlen geht die islamistische Partei Ennahda (Wiedergeburt) als Siegerin hervor.

Quelle: wikipedia.org, Algerien: Kultur und Natur zwischen Mittelmeer und Sahara von Birgit Agada 2015, Die marokkanische, die tunesische und die algerische Bevölkerung in der Schweiz: Rosita Fibbi - Bundesamt für Migration 2014 {jcomments on}

GESCHICHTE

Aufgrund der günstigen strategischen Lage am Mittelmeer, blickt Algerien auf eine bewegte Geschichte zurück. Sieben Invasionen musste es standhalten: den Phöniziern, Römern, Vandalen, Byzantinern, Arabern, Türken und Franzosen. Für das heutige Algerien ist neben der französischen Invasion besonders die arabische Eroberung von großer Bedeutung, insofern, als sie die Islamisierung von ganz Nordafrika und die Arabisierung des größten Teils der Berber nach sich zog. Die Geschichte Algeriens läßt sich grob chronologisch in sechs Epochen unterleiten: die Frühgeschichte, die Antike, die arabische Eroberung, die osmanische Herrschaft, die französische Kolonialherrschaft und die Zeitgeschichte (1954 bis heute).

Kategorie: Persönlichkeiten

  • Chadli Bendjedid - Präsident Algeriens (1979 - 1992)

    Chadli Bendjedid ( * 14. April 1929 in Bouteldja, Annaba; †6. Oktober 2012 in Algier)  war von 1979 bis 1992 algerischer Präsident. Unter dem Präsidenten Houari Boumediene war er dessen naher Vertrauter und durch ihn wurde er zum Mitglied des Rates der Revolution im Jahre 1965 ernannt. 1969 ist er Oberst der Armee geworden. Nach dem Tod des Präsidenten Houari Boumediene wurde er der dritte Präsident von Algerien und Verteidigungsminister.

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  • Ahmed Ben Bella - Präsident Algeriens (1962 - 1965)

    Ahmed Ben Bella(* 25. Dezember 1918 in Maghnia Algerien; † 11. April 2012 in Algier) war Algeriens erster Präsident, ein militanter Nationalist und einer der entscheidenden Persönlichkeiten Algeriens, der eine Hauptverantwortung in der nationalen Bewegung übernahm und eine führende Rolle im Befreiungskampf des algerischen Volkes gespielt hatte.

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  • Moufdi Zakaria - Dichter der Revolution

    Moufdi Zakaria, Dichter der algerischen Revolution, wurde am 12. Juni 1908 in Beni Izguen in Ghardaia geboren, wo er seine ersten Unterrichte erhielt. Danach studierte er in tunesischen Schulen, besonders an der Zeitouna-Universität in Tunis, wo er sein Diplom gemacht hatte. Am Beginn der dreiβiger Jahre engagierte er sich in die politische und patriotische Aktion. Er war ein aktiver Mitglied innerhalb vieler anderen Parteien darunter der Front für Nationale Befreiung (FLN). Er hat zur Entwicklung der literarischen und politischen Aktivität in den Maghrebländern beigetragen.

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  • Emir Abd El-Kader. auch Abd El-Kader. El djazairi (* 6. September 1808 in Guetna bei Mascara; † 26. Mai 1883 in Damaskus) war ein algerischer Freiheitskämpfer und Gelehrter.  Am 21.November 1832 wurde er zum Emir gewählt und damit Chef des algerischen Staats.

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Kategorie: Musik, Märchen & Kunst

  • Farid BENYAA wurde im Jahr 1953 in Sidi-Aïch Bejaïa geboren, ist ein algerischer bindender Künstler und ein Architekt vom Beruf. Er hat zahlreiche Ausstellungen in Algerien, aber auch in Ausland (Paris, Marseille, Genf, Ankara) gemacht. 

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  • Arabisch-andalusische Musik (arabisch "moussiqa andalussia") ist eine Stilrichtung arabischer Musik, die im Maghreb verbreitet ist. Sie hat sich aus der in Andalusien zwischen dem 9. und dem 15. Jahrhundert vorherrschenden Musikrichtung entwickelt.

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  • ROMANA BARTAL ist eine Fernsehenserie, produziert von 2M Maroc 2006. Diese Serie basiert sich auf die berühmte Amazigh-Serie "Der Schatz, der nie endet" und fasste die Ereignisse der Geschichte von Romana und ihren naiven Cousin Bartal, die als Ziegenhirten tätig waren. 

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  • Cheikha Rimitti mit bürgerlichem Namen Saâdia Bedief (8. Mai 1923 Oran/Algerien,† 2006 in Paris) war eine große algerische Raï-Sängerin. Die leidenschaftliche Musikerin gilt als die Großmutter des Rai und wird in der arabischen und algerischen Musikgeschichte lebendig als die Stimme einer Frau bleiben.

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